Die Geschichte

Erneuerung und Tradition im Laufe von 120 Jahren

Als die volkstümlichen und religiösen Bewegungen Ende des 19. Jahrhunderts nach Herning einströmten, war die Stadt nicht besonders groß. Herning wurde erst 1882 eine selbstständige Kommune und 1913 Handelsstadt. Die Prägung durch die Bewegungen hatte also auch große Bedeutung für die Stadtentwicklung. Auf gleiche Weise, wie man im übrigen Dänemark erleben konnte, wie Grundtvigianer in die Versammlungshäuser und die Innere Mission in die Missionshäuser kamen, gab es auch in Herning das edle Wetteifern um die Bürger bei der Wahl von Zeitung, Pfarrer, Restaurant, Hotel usw.

Die Aktiengesellschaft Herning Missionshotel wurde 1896 gegründet und gehört damit zu einer der ältesten Gesellschaften in Herning. Ziel war es zunächst nicht, ein Hotel zu gründen, sondern eine ruhige Übernachtungsmöglichkeit in der Stadt bereitzustellen, abgeschirmt von den damit einhergehenden Verlockungen.

Die Pläne entwickelten sich jedoch zu einem eigentlichen Missionshotel, das auf diese Weise in den ersten Jahren betrieben wurde. Seitdem hat das Hotel Profil und Namen in Hotel Corona gewechselt. In einer Stadt mit mehr als 20 Restaurants, die zu Fuß erreichbar sind, ist es nicht sinnvoll, ein Hotelrestaurant zu betreiben, daher ist das Hotel Corona heute ein Garni Hotel mit Frühstücksrestaurant.

Die Gesellschaft Herning Missionshotel hatte anfangs mehrere verschiedene Standorte in Herning im Auge, unter anderem den Marktplatz. Schließlich kaufte man jedoch das Haus von Rechtsanwalt Valeur an der Ecke Bredgade und Skolegade. Es wurde umgebaut und als Hotel eingerichtet, sodass es mehr als 120 Jahre lang einen Hotelbetrieb an dieser Ecke gab.

Mit dem Kauf des Hauses des Rechtsanwalts erhielt man auch etwas royalen Glanz, denn hier wohnte König Christian IX. – der „Schwiegervater Europas“ – als er 1875 zusammen mit dem Kronprinzen Herning besuchte. Hedeselskabet (die Heidegesellschaft, eine selbstständige Stiftung) hatte zur Besichtigung der vielen Aktivitäten in der Umgebung von Herning eingeladen.

Das Festmahl des Staatskreises fand im Gasthof Westjütland statt und ihre Majestät kehrte gegen 23 Uhr zusammen mit den Bediensteten in die Unterkunft bei Valeur zurück. Bereits um 6 Uhr war er wieder auf den Beinen, unternahm einen Spaziergang durch den Hafen und die Stadt, gab eine Audienz und fuhr mit frischen Pferden nach Silkeborg weiter.

1901 war der ursprüngliche Rahmen zu klein geworden und das heutige Hotel wurde an der Ecke errichtet. Hiernach ging es Schlag auf Schlag mit Um- und Anbauten, um sich den Forderungen der Zeit anzupassen – Fernheizung, warmes Wasser in den ersten fünf Zimmern, Umbau des Fuhrparkstalls in Autogaragen und eine Lüftung im Speiseraum gehörten zu den vielen Maßnahmen, von denen man in den alten Protokollen lesen kann. 1955 wurde der Flügel an der Skolegade errichtet, von hier aus gelangt man heute zur Rezeption.

Die Aktien an der Gesellschaft des Hotels wurden im Laufe der Generationen gehandelt oder vererbt, vorrangig an Einwohner in Herning, wobei 2006 diese Idylle jäh unterbrochen wurde, als die Gesellschaft einem feindlichen Übernahmeversuch ausgesetzt war, der die Existenz des Hotels hätte bedrohen können. Seitdem wurde die Eigentümerschaft in Form eines Fonds eingerichtet, dessen wesentliches Ziel darin besteht, die Zukunft des Hotels abzusichern. Dem Fonds gehören die Gebäude, zu denen neben dem Hotel auch eine Reihe von Einzelhandelsgeschäften zählen.

Bereits bei der Gründung war klar, dass man den Betrieb verpachten wolle. Von Beginn an war der Betrieb aufgeteilt zwischen dem Verpächter Olsen, der für das Hotel verantwortlich war, und dem Stallknecht Nielsen, der den Reisestall betrieb. Seit 2015 hat Poul Müller das Hotel Corona übernommen und die letzte Modernisierung 2016 durchgeführt.